Mit der Berufsunfähigkeitsversicherung Einkommen sichern

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt im Krankheitsfall mit anschließender Berufsunfähigkeit – zusätzlich zu Sozialrenten und anderen Versorgungsbezügen – eine monatliche Rente.

Versicherungsnehmer – für wen lohnt sich der Abschluss besonders?

bu.jpg Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) lohnt sich grundsätzlich für jeden. Aber natürlich haben Arbeitnehmer, die schwer körperlich arbeiten, ein höheres Risiko berufsunfähig zu werden. Einer aktuellen Statistik der Morgen & Morgen GmbH zufolge scheiden 24,35 Prozent der Berufsunfähigen wegen Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparats, 23,45 Prozent wegen seelischer und nervlicher Erkrankungen, ca. 14 Prozent wegen Krebs und zehn Prozent wegen Unfällen und Herz-Kreislauferkrankungen aus dem Job.

Kosten

In der Regel zahlen schwer körperlich arbeitende Menschen mehr, als jene mit „Schreibtischjobs“. Eine Diplomkauffrau z.B. kann eine sehr gute Berufsunfähigkeitsversicherung bis zum Alter von 67 Jahren mit 2000 Euro Monatsrente für einen jährlichen Beitrag von 901 Euro bei der EUROPA Versicherungen abschließen. Die Öffentlichen Versicherung Braunschweig bietet ihr dafür eine Rente von monatlich 1868 Euro. Ein Altenpfleger hingegen kann Verträge nur bis zum Alter von 65 Jahren abschließen. Bei jährlicher Zahlung zwischen 645 Euro (mamax Lebensversicherung) bis 1660 Euro (Provinzial Rheinland) erhält er eine monatliche Rente von 1000 Euro.

Tipps für den Abschluss

Ein früher Abschluss lohnt sich. Mit 40 Jahren zahlt man 40 Prozent mehr, als 10 Jahre zuvor. Manche Versicherungen verweisen ihre Kunden, anstatt zu zahlen, auf einen Ersatzjob. So kann z.B. ein Chirurg, der aufgrund eines chronischen Rückenleidens nicht mehr operieren kann, durch seine Versicherung auf einen Job in der klinischen Verwaltung verwiesen werden. Wer das nicht will, sollte entsprechende Klauseln im Vertrag achten. Es empfiehlt sich eine Versicherung, die für die Zeit der Prüfung einer möglichen Berufsunfähigkeit die Beiträge des Versicherten aussetzt oder stundet.

Der Fragebogen zu Vorerkrankungen und Behandlungen sollte in jedem Fall korrekt beantwortet werden. Von Vorteil ist es aber, wenn die Police lediglich die vergangenen fünf statt zehn Jahren abgefragt. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte ihre Beiträge in regelmäßigen Abständen steigern. Höhere Prämien lassen den Rentenanspruch steigen (Inflationssicherheit). Empfohlen werden Tarife mit einer zugesicherten „Leistungssteigerung“ von zwei bis drei Prozent pro Jahr.

Berufsunfähigkeitsversicherung – immer noch zu wenig Versicherte

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Berufsunfähigkeitsversicherung Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) bietet dem Versicherten finanzielle Unterstützung, falls dieser aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr wie gewohnt seiner beruflichen Tätigkeit nachgehen kann.

Durch solch eine berufliche Einschränkung können schnell finanzielle Engpässe entstehen, welche durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung weitgehend absichert werden sollen. Die BU garantiert dabei im Fall einer Arbeitsunfähigkeit eine monatliche Rente, die in der Regel bis zum Vertragsauslauf ausgezahlt wird. Um auch über den Vertrag hinaus nicht nur mit der gesetzlichen Rente auskommen zu müssen, bieten viele BU-Anbieter ihre Leistungen in Verbindung mit Produkten der Altersvorsorge an. Daher ist ein Vergleich der Berufsunfähigkeitsversicherung mit anderen Tarifen oftmals sinnvoll.

Rentenauszahlung nur bei dauerhafter Berufsunfähigkeit

Viele Versicherte sind nach einer Krankheit bzw. einem Unfall nicht für den Rest ihres Lebens berufsunfähig. Moderne Behandlungs- und Rehamaßnahmen verhelfen oftmals zu einer vollständigen Genesung, die zugleich einen Wiedereintritt in den alten Beruf ermöglicht. Für diesen Genesungszeitraum, in dem der Versicherte nicht arbeiten kann, gewährt die BU jedoch keine Rentenleistungen. Sie kommt erst bei einer dauerhaften Berufsunfähigkeit zum Einsatz. Diese Versorgungslücken lassen sich in der Regel nur durch Einbezug von Sonderleistungen schließen, die wiederum einen leicht erhöhten Beitragssatz mit sich bringen. In diesem Fall gewährt die BU finanzielle Unterstützung in Form von Krankengeld-Leistungen.

Zu wenig Versicherte in Deutschland

Obwohl das Risiko einer Krankheit oder eines Unfalls und einer damit einhergehenden möglichen Berufsunfähigkeit nie ausgeschlossen werden kann, sind noch zu wenig Deutsche entsprechend versichert. Laut einer Studie der Gothaer Versicherung in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z. Institut und Forsa besitzt nur etwa jeder 2. Deutsche eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Viele haben sich nur kaum bis gar nicht mit dem Thema auseinandergesetzt. Dabei sollte das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung auf keinen Fall unbeachtet bleiben, denn im Fall einer dauerhaften Berufsunfähigkeit kann sie oftmals wertvolle Unterstützung bieten.

Quelle: Geld.de

Berufsunfähigkeit – ein unterschätztes Risiko

Eine vom Statistischen Bundesamt (Destatis) durchgeführte repräsentative Studie belegt, dass über ein Fünftel der Menschen wegen gesundheitlicher Probleme verfrüht in den Lebensabend eintreten (Stand 2008). Aus der vor kurzem veröffentlichten Statistik geht weiterhin hervor, dass die Frührente der besagten 22,7% durchschnittlich im 56. Lebensjahr begann. Zum Vergleich: Die Mehrheit trat ihren normalen Ruhestand achteinhalb Jahre später, im 64. Lebensjahr, an. Der Anteil dieser Personen sank jedoch im Jahr 2009 von 87,3% auf 50%. Die verbleibenden 50% setzen sich aus den Frührentnern zusammen, die wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen ihren Beruf nicht länger ausführen können (27,8%) und denen, die ohne Beschäftigung in den dritten Lebensabschnitt übergingen. Zusammen mit den Vorruheständlern beläuft sich deren Anteil auf 22,2%. Das Ausmaß an körperlichen Einschränkungen und Berufskrankheiten ist von der Art der Beschäftigung abhängig. Dies kann bis zur Berufsunfähigkeit oder gesundheitlich bedingter Frührente führen.

Besonders gefährdende Berufsfelder sind unter anderem schwere (belastende) Aktivitäten, wie zum Beispiel auf dem Bau, Möbelpacker, Umzugshelfer. oder solche, wo Zuschauer mit eingebunden sind. In der Statistik wurden folgende Berufe erfasst.

    Hoher Anteil gesundheitsbedingter Frührentner

  • Heizungsbauer
  • Hoch-und Tiefbau
  • Polsterer
  • Fliesenleger
    Niedriger Anteil gesundheitsbedingter Frührentner

  • Physiker
  • Chemiker
  • Mathematiker
  • Ingenieure

Büroarbeit zeichnete sich ebenfalls als Bereich mit wenigen Frührentnern aus. 20% der Ruheständler sind aufgrund körperlicher Beschwerden nicht mehr in der Lage ihren Beruf auszuführen. Typische Ursachen sind Rückenbeschwerden und Sehnenscheidenentzündungen.

Zu berücksichtigen ist auch noch, dass dem Thema Psyche z.B. Burn Out Syndrom und auch psychische Erkrankungen wie etwa die Depression, eine immer größere Bedeutung im Bereich der Berufsunfähigkeitsversicherung zukommt. Deshalb macht es Sinn auch Kindern so früh wie nur möglich eine Option auf die Berufsunfähigkeitsversicherung zu sichern. Eine immer öfter auftretende Diagnose bei Kindern ist das ADS oder ADHS, mit einer solchen Diagnose ist es nicht mehr möglich eine BU Versicherung abzuschießen.

Neue Webseite zum Thema Beamtenbeihilfe

Beamte sind eine ganz besondere Spezies Mensch, inbesondere wenn es um die Absicherung von Geld und Leben geht. Vergünstigungen bei der Autoversicherung, Beihilfen vom Arbeitgeber, vieles läuft beim Beamten anders als beim Arbeiter und Angestellten. Um diesen Unterschieden Rechnung zu tragen, haben wir unter der Adresse www.beamtenbeihilfe.net eine neue Webseite zum Thema Beamtenbeihilfe aufgemacht. Noch befindet sich die Seite im Aufbau, aber schon jetzt könnte sich ein Besuch für den interessierten Beamten oder Beamtenanwärter lohnen.

Urteil zum Thema Erwerbsunfähigkeit: Rente statt Arbeit

Eine Frau war als Ergotherapeutin tätig. Nachdem sie wegen einer Erkrankung nicht mehr beruflich tätig sein konnte, erfüllte die Versicherung ihren Rentenanspruch. Doch anstatt diesen wollte sie lieber eine Fortbildung bezahlt bekommen. In einem Gutachten wurde festgestellt, dass sie (als Therapeutin) nur noch eingeschränkt berufsfähig ist. Deshalb stellte sich die Rentenversicherung quer. Die Frau klagte dagegen, zu Unrecht, wie es das Landessozialgericht Rheinland-Pfalz am 27.11.08 beschloss (Az.: L 2 ER 260/08).

Die Klägerin stellte unter anderem klar, dass ihr im tiergestützten Zweig des ergotherapeutischen Branche ein Job zugesagt wurde, wenn sie die Weiterbildung mit guten Ergebnissen absolviert. In diesem Fachgebiet könne sie wenngleich ihrer Erkrankung ohne Handicap tätig sein. Das Gericht hielt diese Argumente für ungenügend. Denn um von der Rentenversicherung eine Fortbildung erstattet zu bekommen, müsse gewährleistet sein, dass der/die Teilnehmer/in auch fortwährend am Berufsleben teilnehmen kann. Daher reicht es nicht aus, wenn die Klägerin nur ein Berufszweig ausgeübt werden kann. Daher habe die Klägerin lediglich ihren Rentenanspruch gegenüber der Versicherung.

Seltsam, ich dachte immer die Rentenversicherung würde nach dem Grundsatz Reha statt Rente arbeiten. Weshalb in diesem Falle die Umschulung verweigert wurde kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Immerhin ist es doch besser einen Beitragszahler zu erhalten, als einen Rentner zu finanzieren, oder?

Gesundheitsfragen nach der VVG Reform, hier das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung

Seitdem das VVG in Kraft getreten ist, sind die Fragen zum Gesundheitszustand des künftigen Versicherten, auch Gesundheitsfragen genannt, umso bedeutsamer. Der anzuwerbende Kunde ist bei diesen Fragen nur noch in der Anzeige und Wahrheitspflicht, wenn diese schriftlich gestellt wurden. Die Entscheidung des Oberlandgerichts Stuttgart zeigt, dass der Kunde die gestellten Fragen verstehen muss. Außerdem muss die Verhaltensweise des Versicherungsvermittlers gewissen Ansprüchen genügen (Az.: 10 U 168/06).

Bei diesem Urteil wurde ein Rechtsstreit zwischen dem Kunden und seiner Versicherung beendet. Diese wurde zur Zahlung der vertraglich festgelegten Berufsunfähigkeits-Rente verurteilt. Bei der Beweisaufnahme ging hervor, dass der Vermittler unter anderem auch Fragen zum Drogenkonsum gestellt hat und auch wissen wollte, ob Beratungen oder Behandlungen wegen des Genusses von Alkohol stattgefunden haben. Die sogenannten „Ja/Nein“- Fragen waren miteinander verkettet. In denen will der Versicherer wissen, ob der Kunde im Zeitraum der letzen fünf Jahre therapiert worden ist.

Der Vertreter las ihm diese nur vor, anstatt dem künftigen Versicherten einen Fragebogen vorzulegen. Dieser gab an, keine Drogen genommen zu haben, obwohl das nicht der Richtigkeit entsprach. Die Richter erklärten, dass diese Art der Informationsbeschaffung für den Kunden nur schwer nachzuvollziehen wäre und somit seine falsch angegebene Info als korrekt. Die Berufsunfähigkeit müsse daher die Rente auszahlen.

Wie hoch und wie lange soll die private Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden

Dies sind sehr individuelle Entscheidungen, zum einen kommt es auf den persönlichen Finanzbedarf im Falle einer Berufsunfähigkeit an. Wichtig ist hier welche Verpflichtungen ( z.B. Hypothek ) bestehen, oder wie ist die Lebenssituation, ist z.B die Familie von dem Einkommen abhängig. Besteht vielleicht schon ein bestimmtes Vermögen welches im Notfall dauerhaft den Lebensunterhalt mit finanzieren kann. Als Richtwert sollte man, wie in der Altervorsorge auch, etwa 75% der Nettoeinkommens als Absicherung erreichen.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung sollte so lange abgeschlossen werden, bis das für die Altersvorsorge geplante Vermögen vorhanden ist. Wenn ein Arbeitnehmer plant mit 60 Jahren in den Ruhestand zu gehen und seine Altersvorsorge dann in der geplanten Höhe zur Verfügung steht, dann sollte die Berufsunfähigkeitsversicherung auch nur bis zum 60 ten Lebensjahr abgeschlossen werden. Ist die Altervorsorge erst mit dem 67 Lebensjahr abgeschlossen dann sollte auch die Berufsunfähigkeitsversicherung bis zum 67 ten Lebensjahr laufen.

Mehr Informationen für BU-Versicherung

Der selbstständige Kläger behauptete, berufsunfähig geworden zu sein. Als er seinen Berufsunfähigkeits-Versicherer darüber in Kenntnis setzte, verlangte dieser konkrete Angaben über seinen zuletzt ausgeübten Beruf und Unterlagen, durch die er sich über die Größe des Betriebes informieren konnte. Darunter fielen auch die Einkommensteuer-Bescheide. Nach Ansicht des Selbstständigen war dies gar nicht nötig – er weigerte sich, diese Unterlagen vorzulegen. Als der Versicherer daraufhin die Zahlung verweigerte, zog der Arbeiter vor Gericht.

Ohne Erfolg – am 8.1.2007 wurde die Klage vom Landgericht Köln abgelehnt (Az.: 28 O 129/06). Auch die später eingelegte Revision konnte dem Kläger nicht helfen – das Kölner Oberlandesgericht bestätigte dieses Urteil am 15. August 2007, erneut zugunsten der Versicherung (Az.: 5 U 28/07). Der Kläger stützte sich bei seiner Klage besonders auf sein laut der deutschen Verfassung gegebenes Recht auf informelle Selbstbestimmung. Die Forderung nach genaueren Informationen über seinen Betrieb stellte seiner Meinung nach einen Eingriff in dieses Recht dar.

Der Versicherer hingegen stellte klar, dass er die Leistungsprüfung einstellen musste, da der Kläger seine Mitwirkungspflicht missachtet hatte. Die Einleitung eines medizinischen Gutachtens eines Sachverständigen sei nämlich durch fehlende Informationen über seinen Kunden nicht möglich gewesen. Des Weiteren war laut Versicherungsbedingungen die Vorlage von Informationen über den zuletzt ausgeübten Beruf sowie dazu nötige Unterlagen vorausgesetzt. Aufgrund der ablehnenden Haltung des Versicherungsnehmers sah sich der Versicherer also nicht dazu verpflichtet, die im Vertrag festgelegten Zahlungen zu leisten, dies überzeugte die Richter. Deren Meinung nach seien derartig konkrete Informationen über die zuletzt ausgeübte Tätigkeit besonders bei Selbstständigen unentbehrlich. Auch mögliche Umorganisationen müssen überprüft werden. Da dies allerdings nur dann möglich ist, wenn betriebswirtschaftliche Unterlagen bekannt sind, durfte der Kläger keinen Schadensersatz verlangen.

Dass in den AGB der Versicherung benötigte Unterlagen nicht konkret benannt werden, spielt keine Rolle. Aus den Bedingungen konnte man ohne Weiteres erschließen, dass Voraussetzungen für den Eintritt des Versicherungsfalls bewiesen werden müssen. Dazu nötige Einkommenssteuer-Bescheide sind hier ebenfalls vorzuzeigen. Auch das Im Grundgesetz niedergeschriebene Recht auf informelle Selbstbestimmung wird hierbei nicht verletzt. Eine weitere Revision wurde vom Gericht verweigert.

Fehler in Rentenhöhe: Wenn Mathematik nicht nur Schülern Kopfzerbrechen bereitet….

Am Ende eines Berufslebens, das für die Rentenversicherung bürokratisch aufwendig war, wurde ein Versicherter berufsunfähig. Die Schwierigkeit der Versicherer lag darin, dass die Daten zur Ermittlung der Rentenhöhe, sowie die dafür nötigen Berechnungen sehr komplex waren und der Kostenträger sich zu Gunsten des Versicherten verrechnete. Als der Kostenträger den Fehler bemerkte, verlangte er sämtliche zuviel erbrachten Leistungen zurück.

Der Rentenbescheid wurde wegen einem vorher stattgefundenen Prozess dem Anwalt des Versicherten ausgehändigt und dieser übergab das Dokument nach Abschluss des Rechtsverfahrens wieder seinem Klienten, jedoch ohne es auf Richtigkeit zu kontrollieren. Die Versicherungsgesellschaft sah darin eine grobe Fahrlässigkeit und begründete darauf ihre Ansprüche auf Rückerstattung, welche der Versicherte im Rahmen des § 45 SGB X vor Gericht anfocht und zugleich eine fortwährende Zahlung der Rente in gleicher Menge, wie sie auf dem Bescheid angegeben ist, einklagte.

Das Landessozialgericht in Hessen befand am 29.02.08, dass der Versicherungsnehmer zurecht geklagt hatte (Az.: L 5 R 195/06).
Da die Auswertung der Daten sehr aufwendig und zumindest in dem Fall für einen Laien unverständlich war, hätte weder der Kläger, noch sein früherer Anwalt, auch bei einer etwaigen Kontrolle, den Fehler bemerken können. Daran hätte sich auch nichts geändert, wenn der Anwalt nach Beendigung des Verfahrens den Bescheid weiterhin bei sich verwahrt hätte. Eine Wendung des Prozesses wäre nur dann denkbar, wenn der Versicherer dem Kläger Falschangaben nachweisen könnte. Das Recht, diesen Streit in nächster Instanz auszufechten, verweigerten die Richter.

Wenn die BU-Versicherung mit der Prüfung wartet

Der Polier und Schachtmeister hatte sich beim Versicherer mit einer Zusatzversicherung gegen Berufsunfähigkeit abgesichert. Als er seiner Tätigkeit aufgrund eines Arbeitsunfalls nicht mehr nachgehen konnte, beanspruchte er die Leistungen aus seiner Versicherung. Anschließend ließ er sich zum Bautechniker umschulen, was ihm mit Erfolg gelang. Über seinen neuen Beruf, den er ab diesem Zeitpunkt ausübte, informierte er seine BU-Versicherung. Deren Antwort an den Versicherten lautete: „Ihre jetzige Tätigkeit hat keinen Einfluss auf unsere Leistungen aus der Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung. Das Recht auf Nachprüfung behalten wir uns jedoch weiterhin vor.“

Nachdem die Versicherung die Sache ein Jahr später nochmals prüfte, stellte sie ihre Leistungen ein. Die Probezeit habe er bestanden, und der seit etwa 1,5 Jahren ausgeübte Beruf entspreche dem Leistungsvermögen des Versicherten, so die Begründung. Nach dessen Meinung jedoch hatte die Versicherung den neuen Beruf anerkannt und bestätigt, die Zahlungen weiterhin zu leisten, woraufhin er Klage einreichte.

Die Sache landete vor dem Bundesgerichtshof, wo er anhand eines Urteils vom 30.01.2008 eine Niederlage einstecken musste (Az.: IV ZR 48/06). Wenn es darum geht, ob die Leistungen wegen einer neuen Berufstätigkeit weitergeführt oder eingestellt werden, müssen der alte und neue Beruf vom Versicherer verglichen werden. Hierbei muss beachtet werden, dass der neue Beruf keinen sozialen Abstieg bedeuten darf. Ist dies nicht der Fall, muss der Versicherte aber bis zu 20% weniger Einkommen im Vergleich zur alten Tätigkeit akzeptieren. Wenn sich der Versicherer also dazu entschließt, die Zahlungen weiterhin zu leisten, heißt das aber nicht, dass er seine Entscheidung später nicht widerrufen kann. Bei einer späteren Prüfung darf er sich dann sogar auf Tatsachen stützen, von denen er auch in der ersten Prüfung schon wusste, so die Urteilsbegründung des BGH.


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